Den Bauformen nach reicht das Gebäude bis um 1600 zurück. Laut Begutachtung des Denkmalschutzamtes ist der Annenhof weit vor seiner ersten Erwähnung aus mindestens einem Fuhrwerkhaus entstanden. Die Außenmauern lagen direkt an der ursprünglichen Umfriedung und Wehrmauer von Brunn. In dem rechten Geschäftslokal, dem heutigen Beauty Salon „Red Carpet“ war die Wachstube für das Brunner Wehrtor untergebracht. Noch vor dem 17. Jahrhundert wurden zwei Fuhrwerkhäuser durch die Überbauung miteinander verbunden und in weiterer Folge zum Herrschaftshaus mit angelegtem Garten umgebaut.
Erst seit 1689 lässt sich ein Besitzer nachweisen.
In der Folgezeit ist ein häufiger Wechsel der Inhaber festzustellen.
Zu den bedeutendsten zählt der Bader, Wundarzt und Chirurg Jakob Rausch, der zwischen 1701 und
1721 dreimal Brunner Richter war. Sein Grabstein ist an der Nordseite der Kirche angebracht.
Unter den Besitzern ist Johann Michael Held hervorzuheben, der das Richteramt 1736 bis 1740
ausübte. Er und seine Frau besaßen das Haus 1741 bis 1776. Eine erhaltene Stuckdecke im Haus ist mit den Initialen M – B – H 1747 ( Michael und Barbara Held ) versehen.
Seit 1876 war Ottokar Franz Ebersberg Besitzer dieses Hauses. Er war unter dem Pseudonym
O.F.Berg bekannt und war Schriftsteller, Theaterdirektor und Herausgeber der ab 1861 erschienenen
satirischen Zeitschrift „Kikeriki“. Großzügig spendete er auch immer wieder für die Brunner
Volksschule. Da zum Namensfest seiner Gattin Anna alljährlich Feste im Garten abgehalten wurden, kam es zur Bezeichnung „Annenhof“.
Hier wohnte 1915/16 auch der Dichter Alfons Petzold. Brunn ehrte den „Dichter der Armut und Not“
mit einem Gedenkstein (1966) im Winzerpark und durch die Benennung der „Alfons Petzoldgasse“.
Eine Bronzebüste, die der große Meister Gustinus Ambrosi verfertigt hat, ist im Gemeindeamt
aufgestellt.
Der „Annenhof“ ist „wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen und kulturellen Bedeutung“ (so die
Begründung des Bundesdenkmalamtes) unter Denkmalschutz gestellt worden.
19. April 1876 Brand Nachbarhaus Nr. 65
österreichischer Schriftsteller und
kurzzeitig Mieter im Winter 1915/16
Abschrift aus Dr. E. Schmutz: „Brunn am Gebirge – ein Ort im Wandel der Zeit“,
Heimat-Verlag, 2004
1689 Johann Eckner,
1696 Anton Rosea, Stuckhauptmann (Artilleriehauptmann),
1707 Frau Rosea,
1717 Jakob Rausch,
1741 Johann Michael von Held, Richter; Frau Barbara geb. Rausch J.,
1776 Frau Eva von Held,
1786 Michael Held senior, siehe C. 37 (=Gattringerstraße 67); ihm wird von der Gemeinde
bewilligt, seinen hinter dem Haus neu angelegten Garten einzuplanken; „da aber dort von
undenklichen Jahren ein Bergsteig gewesen und auch wegen der nächtlichen Feuerwache nicht
könnte gestattet werden, wider den Garten einzuplanken ist niemand dagegen, aber der Steig soll
bleiben wie er von uralten Jahren und Zeiten gewesen“ (Sessionsprotokoll 1792).
Der jetzige Annenhof.
August Edler von Schönefeldt,
„Die Marktgemeinde Brunn am Gebirge 1500 bis 1800“,
erschienen 1906
Die Besitzer des Annenhofes:
Johann Michael von Held >>>
Marktrichter von Brunn
+1830
Eva von Held,
geborene Bindl aus Neuburg im Wald, Bayrische Pfalz
ebenfalls Eigentümerin 2345 Brunn am Gebirge, L. Gattringerstrasse 32
O.F. Berg (Ottokar Ebersberg)
https://de.wikipedia.org/wiki/Ottokar_Franz_Ebersberg
der Annenhof diente dem bekannten Schriftsteller als Landsitz.
Hauptwohnsitz: 1010 Wien, Tuchlauben 12 und Besitzer 1080 Wien, Piaristengasse 7.
Er ist auch Namensgeber des Annenhofes zu Ehren seiner Frau Anna
Theodor Rasella bis 23.04.1915
Marie Rasella bis 1943
Adolf Rasella bis 1955
Rosalia Rasella, geborene Ecker bis 1984
Felice Rasella, bis 1989



