Villa Auersperg
Baujahr: Um 1855
Abgetragen: 1969/70
Bauherr: Anna Maria Höhrman(in)
Ab 1764 war Anna Maria Höhrman(in) alleinige Besitzerin des Grundstückes „In der niederen Hagenau“, auf dem sie und ihr Mann Joseph, ein k. k. Warensensal in Wien, 1797 erstmals hier ein Haus errichten ließen.
Unter den zahlreichen späteren Besitzern der Liegenschaft sind unter anderen Michael Edler von Held jun., die Seidenfabrikanten Joseph und Peter Baragiola, der Fabrikant Freiherr von Ostini, Vinzenz Carl Fürst von Auersperg, die Industriellenfamilie Schrantz (später Hutter & Schrantz), die Frau des Kinderarztes und Schriftstellers Dr. Otto Almoslino (er richtete hier ein Heim für jüdische Kinder ein) und zuletzt der Fabrikant und Stadtbaumeister Siegfried Schlosser zu finden.
Die eingeschoßige Villa wurde nach Abbruch des Vorgängerbaues mit großer Wahrscheinlichkeit um 1855 gebaut, als Vinzenz Carl Fürst von Auersperg der Besitzer dieser Liegenschaft war.
1969/70 erfolgte die Abtragung aller zum Anwesen gehörenden Gebäude; 1975 wurden von einer Baugesellschaft auf diesem Areal vier Mehrfamilienhäuser errichtet.
Auf die alte Villa wies bis 1995 der Ansatz einer Allee, die von der Hietzinger Hauptstraße 123a Richtung Trazerberggasse führte.
XII.Johann Michael von Held, † 1830.
Johann Michael von Held war Besitzer des freien Thurnhofes zu Brunn am Gebirge (drei Stunden von Wien), bedeutender Grundstücke und Weingärten, wo er am 8. Juni 1830 starb. Schon sein Vater gleichen Namens war ein kenntnissvoller, tätiger und ausgezeichneter Landwirt in Brunn, in dessen Bahn der Sohn mit allem Geschick und Eifer eintrat. Dieser vermehrte die Grundstücke auf 250 Joch, machte mancherlei kostspielige Versuche seine Landwirthschaft zu verbessern und zu heben, besonders förderte er den Weinbau und brachte grössern Geldumlauf in die Gegend. Im Jahre 1787 kaufte er von dem damaligen niederösterreichischen Landrechts-Vizepräsidenten Franz Bernhard von Keess (+ 5. Jänner1795) den sogenannten Thurnhof in Brunn, eine ständische Realität mit obrigkeitlichen Gerechlsamen. Held bewährte sich auch durch Rat und Tat als Wohlthäter der Gemeinde; so wird ihm von Seite der Obrigkeit der Herrschaft Liechtenstein, zu welcher der Markt Brunn gehörte, amtlich bezeugt, dass der ärmere Teil der Unterthanen zur Winterszeit und bis zur Weinlese durch ihn die ergiebigste Hilfe und Unterstützung ohne Aufrechnung eines Interesses erhalte, ohne welche in Missjahren ein grosser Teil der Weinberge derselben unbearbeitet bleiben, folglich veröden würde, und dass dadurch die Weinkulturen der Umgebung eines grossen Vorschubs sich erfreue. In Anerkennung dieser Verdienste wurde er von Kaiser Franz II. am 24. April 1795 in den Ritterstand mit dem Ehrenworte „Edler von“erhoben (nachdem K. K. Adelsarchive). Dieser ehrenwerte Landedelmann, welcher, wie aus Allemerhellet, anderweitig höhere Bildung hatte, besass eine bedeutende Sammlung von beiläufig 4.000 Stücken antiker griechischer und römischer Münzen und Medaillen in Silber und Bronze, worunter sich auch bis hundert Stück in Gold befanden. Sie waren nach des Abbéekhel Catalogus Musei Caesarei Windobonensis Numorum veterum.indobonae.MDCCLXXIX.II. Tom.in Fol. geordnet und in niedlich gearbeiteten Münzkästen aufbewahrt. Auf den Zettelchen, der unter der einzelnen Münzelag, war auf diesen Katalog und noch überdies „f desselben berühmten Verfassers Doctrinanumorumveterum. dann Mionnet’s Descriptionde Médaillesantiques,Grecquesetc.“d dessen späteres Werk: De la raretéet du priºrdes Medailles“Mineshin gewiesen, natürlich mit Ausnahme der jenigen Stücke,“ºchein diesen Werken nicht beschrieben sind. Herr v. Held war „gfältigst auf das Sammeln vollkommen echter Münzen bedacht“ er holte sich die Bestätigung von seinem Freunde Abbé Neumann(† 86) und dessen Nachfolger von Steinbüchel, den Directoren* k. k. Münz-und Antiken-Cabinets. Er berücksichtigte hiebei nicht allein die Seltenheit, sondern auch mit vollem Rechte die vortreffliche „hºlung derselben. Mit dieser Sammlung war auch eine nicht“ deutende Bibliothek numismatischer und andererschätzbaren“ keder älteren und neueren Zeit verbunden.
Thurnhof
2345 Brunn am Gebirge, Leopold Gattringerstrasse 42
| 1223 | erwähnt |
|---|---|
| 1944 | im Zweiten Weltkrieg zerstört |
Fünfgeschossiger, 17 m hoher Turm
Büttner, Rudolf / Fassbinder, Brigitte: Burgen und Schlösser in Niederösterreich – Zwischen Mödling, Purkersdorf und Klosterneuburg. Niederösterreich 2, Wien 1988